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Kaputter Wagen wird abgeschleppt© Depositphotos.com/nejron

Mit Marderschutz lästige Nager effektiv aus dem Auto fernhalten – so geht’s!

Die bissigen Nagetiere sind der Alptraum eines jeden Autofahrers, da sie verheerenden Schaden an wichtigen Bauteilen am Fahrzeug anrichten können. So können schnell hohe Kosten durch eine Reparatur oder einen Austausch der betroffenen Bauteile entstehen. Zum Glück gibt es verschiedene Methoden, Marder abzuschrecken und fernzuhalten. Wir zeigen euch, welche Möglichkeiten der Markt in Sachen Marderschutz bietet und inwiefern diese zu empfehlen bzw. wirkungsvoll sind.

Ein Marderschaden im Auto ist immer etwas Ärgerliches. Vor allem, wenn eine Reparatur bzw. ein Austausch der betroffenen Bauteile unumgänglich sowie teilweise sogar kostenintensiv sind und ein vorbeugender Marderschutz so einfach sein kann. Am liebsten machen sich die kleinen Nager an weichen Gummi- oder Kunststoffteilen im Motorraum zu schaffen wie etwa den Dämmmatten, den Faltenbälgen, den Isolierungen der Stromkabel oder den Stromkabeln selbst, den Schläuchen für das Kühlwasser oder Scheibenwaschwasser sowie den Zündkabeln.

Um schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden, sollten beschädigte Teile schleunigst ersetzt werden. Generell ist es ratsam, sein Fahrzeug zu schützen, bevor überhaupt ein Schaden entstanden ist. Grundsätzlich ist es für eine Vorbeugung am wirkungsvollsten, den Motorraum frei von jeglichen Duftmarken zu halten. Zum effektiven Marderschutz empfiehlt sich eine regelmäßige Autowäsche samt Motorwäsche und die Anwendung von Duftmarken-Entfernern in Form von Sprays.

Kommt die Versicherung für einen Marderschaden auf?

Ist ein Schaden am Fahrzeug durch einen Marder entstanden, hängt es natürlich von der jeweiligen Versicherung des Halters ab, ob bzw. in welchem Maße der Schaden übernommen wird oder ob man letztlich selbst auf den Kosten sitzen bleibt. Im Regelfall deckt eine Teilkaskoversicherung Beschädigungen durch Marderbisse ab. Hierbei sollte man jedoch sichergehen, ob die entsprechende Klausel zum Marderschutz im Vertrag hinterlegt ist und wie hoch die Selbstbeteiligung in solch einem Fall liegt.

Müssen nur kleinere Bauteile wie einzelne Kabel oder Schläuche ausgetauscht werden, liegen die Kosten meist unter der vereinbarten Höhe der Selbstbeteiligung, vor allem wenn diese oberhalb von 300 Euro festgelegt ist. Zudem gilt es zu beachten, dass in der Regel nur direkte Schäden übernommen werden, sodass Folgeschäden am Motor durch entsprechend angebissene Bauteile nicht abgedeckt sind.

Für solche Fälle sollte eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden, die bei einem Neuwagen generell empfehlenswert ist. Wichtig ist dabei die explizite Auflistung von Folgeschäden durch Marderbisse oder generell Tierbisse in der Leistungsübersicht des Vertrages. Falls solch eine Klausel nicht vorhanden ist, kann eine Neuwertentschädigung Abhilfe schaffen. Sollte es etwa zu einem gravierenden Motorschaden durch Marderbisse gekommen sein, zahlt die Versicherung nämlich nicht nur den Wiederbeschaffungswert, sondern den ursprünglichen Kaufpreis des Fahrzeugs – abzüglich des Restwerts und der vereinbarten Selbstbeteiligung.

Eine Besonderheit stellen Elektroautos dar. Hierbei kann sich der Abschluss eines entsprechenden Versicherungsschutzes auszahlen, da eine Beschädigung der verbauten Hochvoltkabel häufig mit wesentlich höheren Kosten im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennermotor zu Buche schlägt.

Aus welchem Grund beißen Marder in Bauteile des Autos?

Im Allgemeinen gilt es zu wissen, dass Marder sehr neugierige Tiere sind, gerne spielen und dunkle sowie warme Plätze bevorzugen. Daher bietet der Motorraum eines Autos natürlich eine ideale Grundlage. Während er es sich dort gemütlich macht, hinterlässt der Marder Duftspuren, was jedoch noch keine Gefahr bedeutet. Der Hauptgrund für das Beißen ist, dass Marder ein ausgeprägtes Revierverhalten aufweisen und dieses verteidigen wollen.

Stellt man das Auto also außerhalb der üblichen Umgebung und eventuell auch im Revier eines anderen Marders ab, riecht dieser die Duftspuren und will diese quasi wegbeißen! Vor allem während der Paarungszeit im Frühjahr ist dieses Verhalten vermehrt zu beobachten, jedoch läuft man als Fahrzeughalter das ganze Jahr über Gefahr, Schäden durch Marderbisse zu bekommen, da diese keinen Winterschlaf halten.

Achtung! Sieht man bereits von außen auf den Auto Pfotenabdrücke eines Marders, ist Vorsicht geboten! Denn wenn dieser sich auf der Karosserie des Fahrzeugs aufgehalten hat, kann es natürlich sein, dass er sich auch im Motorraum aufgehalten hat. Daher sollte man nicht einfach losfahren, sondern die Motorhaube öffnen und sämtliche Bauteile auf Bissspuren überprüfen.

Eventuell ist sogar eine regelmäßige Motorwäsche zu empfehlen, falls dies häufiger vorkommt und vor allem, wenn man Schutzmaßnahmen wie etwa durch den Einbau eines Marderschrecks ergreifen möchte, da dadurch die Geruchsspuren beseitigt werden. Jedoch sollte man das Risiko für die Motorelektrik bei einer Motorwäsche immer im Hinterkopf behalten. Das Vorgehen der regelmäßigen Überprüfung ist dringend zu empfehlen, da die meisten Schäden durch Marder spät bzw. zu spät entdeckt werden und damit im schlimmsten Fall sogar zu einem schwerwiegenden Motorschaden führen können, falls man achtlos die Fahrt antritt.

Übrigens! Im Vergleich zu einer Katze, die einen rundlichen Pfotenabdruck mit vier Zehen hinterlässt, erkennt man den eines Marders an seiner eher länglichen Form mit fünf Zehenabdrücken.

Marderschutz – was hilft wirklich?

Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen sechs Möglichkeiten, sein Auto gegen die unerwünschten Nager zu schützen.

  1. Abschottung des Motorraums
  2. Elektroschock-Geräte
  3. Kabelschutz
  4. Mardergitter
  5. Mardersprays
  6. Ultraschall-Geräte

1. Abschottung des Motorraums

Als optionales Zubehör findet man in den Katalogen mancher Autohersteller eine Abschottung des Motorraums. Diese ist beispielsweise in Form von schützenden Blechen, Borstenvorhängen oder auch Motorschutzwannen verfügbar, wobei Letztere je nach Anbieter auch als Dämpfungswanne, Motorunterfahrschutz oder auch Schallschutzwanne bezeichnet wird. Der eigentliche Zweck der Motorwanne liegt im Schutz der empfindlichen Bauteile des Motors vor äußeren Einflüssen, Kies und Schmutz. Zudem kann die Motorschutzwanne für eine Geräuschdämpfung sorgen, aber auch effektiv zum Marderschutz beitragen. Je nach Variante fallen eventuell noch Änderungsarbeiten beispielsweise an den Kotflügeln an.

Ist der Einbau an sämtlichen Öffnungen am Unterboden des Fahrzeugs erfolgt, sollte der Marder keinen Weg mehr in den Motorraum finden. Ganz preisgünstig ist die Nachrüstung einer Motorwanne jedoch nicht. Sofern nicht ab Werk verbaut, was nicht die Regel ist, fallen schnell einmal mehrere hundert Euro für Bauteil, Einbau und Montagesatz sowie eventuell noch weitere benötigte Bauteile an.

2. Elektroschock-Geräte

Geräte, die mit Elektroschocks arbeiten, funktionieren ähnlich wie ein Weidezaun, wobei das Gerät selbst sowie mehrere Kontaktplatten mit der Autobatterie verbunden werden. Neuere Geräte verfügen zum Teil sogar über einen separaten, eigenen Stromkreis, sodass ein Anzapfen der Batterie nicht nötig ist.

Dabei muss man darauf achten, dass die Kontaktplatten geschickt platziert werden, sodass der Marder überhaupt keine Möglichkeit hat, in den Motorraum zu gelangen, ohne in Kontakt mit einer solchen Metallplatte zu kommen. Dann nämlich bekommt das Tier einen abschreckenden Stromschlag verpasst, der zwar unangenehm, aber konform mit den geltenden Bestimmungen des Tierschutzes in keinster Weise lebensgefährlich ist.

Zwar ist die Variante mit Elektroschocks wohl die Effektivste, aber auch mit am Teuersten. Neben den Kosten für das Gerät selbst kommen zudem noch diejenigen für den Einbau in einer Fachwerkstatt hinzu. Dieser dauert etwa eine bis zwei Stunden und ist dringend zu empfehlen, da man durch die fachmännische Durchführung Folgeschäden beispielsweise an der Elektrik des Motors ausschließen kann.

3. Kabelschutz

Wer seine Kabel im Motorraum gezielt schützen möchte, sollte sich die Möglichkeit der Ummantelung mit geschlitzten Wellrohren aus Hartkunststoff oder Varianten aus Aluminium einmal genauer ansehen. Diese können direkt über die vorhandenen Kabel gezogen werden und ermöglichen dem Marder durch das sehr stabile Material kaum, mit den Zähnen die Kabel anbeißen zu können. Beim Einbau der Kabelummantelungen muss darauf geachtet werden, dass diese nicht mit heißen Motorteilen in Berührung kommen und dadurch schmelzen könnten. Ebenfalls sollten die jeweiligen Enden der Ummantelungen keine spitzen oder scharfen Kanten aufweisen, da sonst die Isolierung der Kabel aufscheuern könnte.

Der entscheidende Nachteil dieser Methode ist neben der Tatsache, dass der Marder weiterhin ungehindert in den Motorraum gelangen kann, derjenige, dass die Ummantelungen ausschließlich für Kabel verwendet werden können und andere Bauteile aus Gummi wie etwa die Achsmanschetten oder diverse Schläuche weiterhin ungeschützt bleiben. Diesem Risiko sollte man sich bewusst sein, auch wenn diese Lösung sehr kostengünstig ist, da die Ummantelungen nicht viel kosten und in der Regel in Eigenregie montiert werden können.

4. Mardergitter

Eine kostengünstige und simple Variante des Schutzes gegen Marder stellt ein Mardergitter dar, welches auch als Mardermatte oder Marderteppich bekannt ist. Dieses Gitter wird über Nacht unter den Motorraum des Fahrzeugs gelegt und soll den Marder abhalten, in diesen hinein zu gelangen. Da Marder sehr vorsichtige und empfindliche Tiere sind, mögen sie keinen löchrigen, unebenen Boden, den sie schlecht auf seine Sicherheit bezüglich des Darüberlaufens einschätzen können.

Man muss jedoch zwingend auf die optimale Positionierung des Gitters unter dem Auto achten, damit der Marder nicht doch ein Stück festen Boden nutzen kann, um in den Motorraum zu gelangen. Als problematisch bei dieser Variante könnte sich die Gewöhnung der Tiere an das Gitter erweisen, sodass sie nicht mehr abgeschreckt werden. Zudem greift ein Marder ja nur an, wenn er Duftspuren eines Marders aus einem anderen Revier riecht. Somit müsste man das Gitter immer und überall mitführen, wenn man woanders über Nacht parkt, was durch die Unhandlichkeit und quasi nicht vorhandene Flexibilität des Gitters kaum durchführen lässt.

5. Mardersprays

Die nützliche Wirkung von Mardersprays im Kampf gegen die lästigen Nagetiere konnte sich bisher nicht bestätigen. Auch andere, häufig empfohlene Hausmittel wie Hundehaare, Mottenkugeln oder WC-Steine können Marder meist nicht davon abhalten, fröhlich durch den Motorraum zu spazieren. Bei speziellen Angeboten zum Marderschutz, die in eine solche Richtung gehen, sollte man immer Vorsicht walten lassen! Je nach Mittel kann sogar eine gegenteilige Wirkung eintreten, die die Tiere zusätzlich aggressiv macht und das Ausmaß des Schadens drastisch verschlimmert.

6. Ultraschall-Geräte

Eine effektive Variante in Sachen Marderschutz stellen elektronische Geräte dar, die sich die Ultraschall-Technik zu Nutze machen und dadurch Warntöne abgeben, die die Nager aufgrund ihres sehr feinen Gehörs abschrecken, jedoch vom Menschen kaum oder gar nicht wahrgenommen werden. Geräte, die dabei die Frequenz wechseln, sind besonders zu empfehlen, da die Tiere sich somit nicht an eine bestimmte Frequenz gewöhnen können.

Vorsicht! Geräte, die Töne im Ultraschallbereich aussenden, können neben Mardern auch andere Tiere in der Umgebung wie zum Beispiel Hunde oder Katzen stören!

Eine weitere effektive Methode stellen elektronische Geräte mit Bewegungsmelder und Blitzlicht dar, weil sie verschiedene Methoden zur Abschreckung der Tiere kombinieren. Auf der einen Seite aktiviert der Bewegungsmelder ein sehr helles Blitzlicht, das die nachtaktiven Nager stört, auf der anderen Seite kommen zusätzlich akustische Signale im Ultraschallbereich zum Einsatz, die als unangenehm empfunden werden. Die Problematik dieser Geräte liegt jedoch darin, dass die Marder sich mit der Zeit an das Blitzlicht gewöhnen könnten.

Fazit zum Marderschutz

Wie man sieht, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, sein Auto gegen Marderbisse zu schützen. Manche davon effektiv, andere dagegen kaum. Um kostenintensive Folgeschäden zu vermeiden, sind entsprechende Schutzmaßnahmen jedoch ratsam. Im Vergleich zu den Kosten, die bei einem Motorschaden entstehen, sind die Anschaffungskosten bzw. Einbaukosten für einen effektiven Marderschutz wesentlich geringer. Daher kann man für einen vernünftigen Schutz ruhig etwas mehr investieren. Neben der Nachrüstung einer Motorschutzwanne zur Abschottung des Motorraums empfehlen sich Geräte mit Ultraschall, Blitzlicht sowie Elektroschocks oder idealerweise eine Kombination dieser Techniken, um einer Gewöhnung der Nager vorzubeugen.

Tierfreunde sollten vom Einbau einer Lösung mit Ultraschall Abstand nehmen, da auch andere Tiere von den hohen Frequenzen gestört werden können. Ein fachmännischer Einbau ist beim Marderschutz hingegen bei allen Varianten dringend anzuraten, um eine optimale Schutzwirkung zu gewährleisten. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Kabel im Motorraum zusätzlich mit Ummantelungen versehen, an denen sich die Nager sprichwörtlich „die Zähne ausbeißen“! Der Schutz anderer Bauteile aus Gummi bleibt dabei natürlich aus.

 

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