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Parkplatz

Wie funktionieren Einparkhilfen?

Parkflächen sind in heutigen Zeiten aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens oft Mangelware. Und hat man einen Parkplatz gefunden, ist der Raum häufig so beengt, dass es fast schon eine Kunst ist, sein Fahrzeug darin zu platzieren. Immer größer und aus optischen Gründen auch unübersichtlicher werdende Autos lassen es fast schon nicht mehr zu, sich beim Parken lediglich auf das eigene Auge und die Außen- und Rückspiegel zu verlassen. Eine Einparkhilfe schafft dabei Abhilfe. Doch wie funktionieren diese überhaupt? Welche Arten von Einparkhilfen gibt es und kann man diese nachrüsten? Fragen über Fragen – wir haben die Antworten!

Funktionsweise der Einparkhilfe

Die Einparkhilfe eines Autos wird aktiviert, sobald der Rückwärtsgang eingelegt wird. Bei einem System, das zusätzlich die Front des Fahrzeugs absichert, wird das System beim Unterschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit aktiv. Ultraschallsensoren, die in der Front und dem Heck des Autos integriert sind, kontrollieren den unmittelbaren Bereich vor und hinter dem Fahrzeug. Dies erfolgt, indem die Sensoren als Abstandswarner Signale im Ultraschallbereich aussenden und deren Reflexion als Echo empfangen. Das Ergebnis wird an das Steuergerät gesendet, welches anhand der zeitlichen Differenz den genauen Abstand bis zum Hindernis misst.

Beim Aufbau der Einparkhilfen gibt es je nach Hersteller und dem verwendeten System Unterschiede. Die Distanz zum Hindernis wird dem Fahrer entweder akustisch durch Warntöne oder durch optische und akustische Anzeige vermittelt. Je geringer der Abstand zum Hindernis ist, desto kürzer sind auch die Intervalle zwischen den einzelnen Warntönen, die bis hin zu einem durchgängigen Ton gehen können. Bei einem System mit optischer und akustischer Anzeige wird dem Fahrer der Abstand zum Hindernis mit Anzeigen oder Grafiken auf dem Display des Infotainmentsystems angezeigt. Ist dieser Abstand sehr gering, ertönen zur Unterstützung entsprechende Warntöne.

Welche Einparkhilfen gibt es?

Bei Einparkhilfen unterscheidet man grundsätzlich zwischen passiven und aktiven Systemen. Passive Systeme der Einparkhilfe sind heutzutage sehr selten zu finden und bestehen aus einer Hervorhebung markanter Stellen oder Enden des Fahrzeugs mittels Peilstangen, die an der Karosserie angebracht sind oder aus dieser herausfahren können. Als aktive Systeme werden elektronische Einparkhilfen bezeichnet, die mit verschiedenen Unterstützungskomponenten oder -techniken ausgestattet sein können.

Bei der Funktionsweise der aktiven Systeme der Einparkhilfe lassen sich folgenden Varianten unterscheiden:

  • Einparkhilfe mit Ultraschalltechnik: Wie bereits beschrieben, misst diese Variante der Einparkhilfe die Entfernung zum Hindernis mittels Ultraschallwellen auf Basis der Zeitdifferenz des Echos. Dabei sind zwischen zwei und sechs Sensoren in die Stoßfänger des Fahrzeugs integriert, sowohl an der Front als auch am Heck. Eine größere Anzahl an Sensoren ermöglicht dabei ein präziseres Messergebnis.
  • Einparkhilfe mit Radartechnik: Diese Variante der Einparkhilfe zeigt prinzipiell einen sehr ähnlichen Aufbau wie diejenige mit Ultraschalltechnik. Jedoch wird die Entfernung zum Hindernis mittels Radarsignalen gemessen. Der Radar arbeitet im Millimeterbereich und kann hinter dem Stoßfänger agieren. Somit werden keine Sensoren außen an der Karosserie benötigt. Der Radar dieser Art von Einparkhilfe hat zudem im Vergleich einen größeren Radius bei der Messung und kann selbst bei höheren Geschwindigkeiten rechtzeitig vor Gefahren durch Hindernisse warnen.
  • Einparkhilfe mit Kamera: Diese Variante der Einparkhilfe wird durch eine Rückfahrkamera am Heck des Fahrzeugs unterstützt. Sie wird durch Einlegen des Rückwärtsgangs aktiviert. Die Kamera erfasst den Bereich hinter dem Auto und überträgt die Bilder in Echtzeit auf ein Display im Innenraum. Hilfslinien und Pfeile helfen dem Fahrer, den richtigen Lenkwinkel zu finden, um sicher die Parklücke anzuvisieren.
  • Einparkhilfe mit Selbstlenk-Funktion: Die selbstlenkende Variante der Einparkhilfe wird auch Parklenkassistent genannt und betätigt das Einschlagen des Lenkrads selbstständig ohne Zutun des Fahrers. Die Sensorik der aktiven Einparkhilfe in Kombination mit einer elektromechanischen Servolenkung prüft dabei die ausreichende Größe einer Parklücke und teilt dies dem Fahrer mit, insofern diese groß genug ist. Dazu muss dieser die Einparkhilfe zuvor eingeschaltet haben und in einem gewissen Abstand zur Parklücke halten. Legt der Fahrer anschließend den Rückwärtsgang ein, manövriert der Bordcomputer den Wagen selbstständig in die Parklücke. Das Einzige, was weiterhin manuell erfolgen muss, ist das Gas geben.

Welche Einparkhilfe nachrüsten?

Selbst ein kleiner Parkrempler kann schnell ins Geld gehen, möchte man diesen fachmännisch ausbessern lassen. Daher macht sich das Nachrüsten einer Einparkhilfe schnell bezahlt, sollte man dadurch einen Parkschaden vermeiden. Bei den Nachrüstlösungen stehen verschiedene Systeme zur Wahl, die bereits für relativ günstigen Geld zu erwerben sind. So gibt es neben einfachen Rückfahrwarnern und Rückfahrkameras auch Varianten, die am Nummernschild befestigt werden und damit recht gut geschützt sind. Manche Modelle gibt es sogar kabellos mit WLAN-Technik, bei welchen das Smartphone beim Einparken als Display für die Bilder der Rückfahrkamera agiert. Ebenfalls gibt es sogenannte Smart Mirrors, die an Stelle des normalen Rückspiegels installiert werden und in Kombination mit einer Rückfahrkamera als Einparkhilfe fungieren können.

Eine weitere Möglichkeit bieten Funksysteme mit Farbdisplay, das man im Innenraum anbringen kann und durch Sensoren an der Karosserie mit Messwerten beliefert wird. Hochwertige Systeme einer Einparkhilfe sollten von einer Fachwerkstatt nachgerüstet werden, um eine ordnungsgemäße Funktion zu gewährleisten. Einfache Systeme auf Funkbasis für das Heck des Fahrzeugs, die über einen Empfänger verfügen, der zudem auch als Bildschirm und Lautsprecher agiert, können von erfahrenen Schraubern mit etwas handwerklichem Geschick selbst nachgerüstet werden. Wie das funktioniert, zeigt folgendes Video:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=7lwAlOeyr6k

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