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Fahrzeug mit Wagenheber© Depositphotos.com/NikD51

Welcher Wagenheber für welchen Zweck? Die Fakten!

Der Wagenheber gehört zum festen Bestandteil bei jedem Reifenwechsel oder bei Arbeiten am Unterboden des Fahrzeuges. Wer sich einen Wagenheber zulegen möchte, steht dementsprechend vor der Frage welches der richtige Wagenheber für den persönlichen Gebrauch ist. Der Markt bietet Angebote der unterschiedlichsten Arten, Formen und Preisklassen.

Bevor man loszieht, um sich einen neuen Wagenheber zu kaufen, sollte man sich erst einmal fragen für welches Fahrzeug und welchen Einsatz dieser geeignet sein soll. Durch unterschiedliche Tragkraft, Bedienung und Hubhöhe gibt es einiges zu beachten. Man sollte sich zuerst über die Tragkraft des Wagenhebers klarwerden. Für die meisten Fahrzeuge reicht ein Wagenheber mit zwei Tonnen Tragkraft aus. Um die passende Hubhöhe für seinen Wagen zu finden lohnt ein Blick ins Fahrzeug-Handbuch. Egal wie die Hubhöhe und die Tragkraft bemessen wird, sollte man bei allen Wagenhebern darauf achten, dass sie über ein Prüfsiegel verfügen und in der EU zugelassen sind. Dies erkennt man durch eine CE-Kennzeichnung die am Wagenheber angebracht ist.

Ist man sich über die Anforderungen klar, geht es an den Preisvergleich. Hier sollte man die unterschiedlichen Modelle berücksichtigen. Günstige Wagenheber kann man schon für unter zehn Euro bekommen. Ein Rangierwagenheber bekommt man für ungefähr zwanzig Euro. Jedoch sollte man sich im Klaren sein, dass jene Wagenheber nur für den gelegentlichen Einsatz in Frage kommen. Wer den Wagenheber im Dauereinsatz benutzen möchte, sollte etwas mehr Geld ausgeben um sich ein qualitativ hochwertigeres Produkt zu kaufen. Um einen Überblick über die unterschiedlichen Wagenheber zu geben, stellen wir euch in Folgendem die bekanntesten vor.

1. Der Scherenwagenheber

Diese Art von Wagenheber findet man in den meisten Fahrzeugen bereits vor. Durch seine kompakte Bauweise ist der Scherenwagenheber in vielen Wagen Teil des Bordwerkzeugs. Er ist der günstigste der hier vorgestellten Wagenheber. Denn durch seine einfache Bau- und Arbeitsweise, die auf dem Kniehebelprinzip besteht, lässt er sich kostengünstig und platzsparend herstellen. Man kann ihn schon für unter zehn Euro erwerben. Die Form des Wagenhebers erinnert an eine Raute, in deren Mitte ein Gewindestab dafür sorgt, dass sich die Raute öffnet und schließt, bzw. gestreckt und gestaucht wird. Durch diese Bewegung, die meist mit einer Kurbel durchgeführt wird, lässt sich der Wagen anheben und absenken. Durch den geringen Gewindeanstieg auf der Gewindestange, lasst sich das Gewicht des Fahrzeugs ohne große Anstrengungen anheben.

Scherenwagenheber© Depositphotos.com/cherezoff

2. Der Rangierwagenheber

Der Rangierwagenheber ist der absolute Klassiker unter den Wagenhebern. Er wird meist mittels Öldruck bewegt und ist dadurch besonders komfortabel. Ein großer Vorteil dieses Wagenhebers ist seine Beweglichkeit. Durch die vier Rollen lässt er sich in jede gewünschte Position bringen, und auch bei richtigem Anhebepunkt mit dem ganzen Fahrzeug versetzen. Um damit das Fahrzeug anzuheben, muss in den meisten Fällen der Hebelarm wie eine Pumpe bewegt werden. Dadurch entsteht im Inneren des Wagenheberkolbens Druck der dafür sorgt, dass sich der Arm des Wagenhebers nach oben bewegt. Um den Wagenheber wieder zu senken, muss in den meisten Fällen der Hebelarm demontiert werden.

Durch drehen mittels des Hebelarms an einem Ventil wird der Druck im Kolben abgelassen und der Arm des Wagenhebers senkt sich wieder. Dank seiner nicht grade kompakten Bauweise ist er eher stationär zu verwenden. Er ist der komfortabelste aber auch der teuerste hier vorgestellte Wagenheber. Je nach Qualität bewegen sich die Preise im Bereich zwischen 30 und 350 Euro.

3. Der Stempelwagenheber

Der Stempelwagenheber ist ein echter Kraftprotz. Durch seinen Aufbau kann er, je nach Modell, sehr hohe Lasten bis zu 50 Tonnen stemmen und ist daher häufig bei Nutzfahrzeugen im Einsatz. Ein Nachteil dieses Wagenhebers ist, dass er zwar sehr hohe Tragkräfte bewältigt, jedoch hat er eine geringe Hubhöhe im Vergleich zu anderen Wagenheber Modellen. Profi-Wagenheber sind generell etwas teurer, dafür bieten sie weiter Möglichkeiten wie beispielsweise einen pneumatischen Antrieb. Stempelwagenheber für den Privaten Gebrauch sind schon für unter 20 Euro zu bekommen. Diese Wagenheber haben meist eine Tragkraft von 2 Tonnen die für die meisten Fahrzeuge ausreichend ist.

4. Der Ballon- oder Luftkissenwagenheber

Der Ballonwagenheber ist der Exot unter den hier vorgestellten Wagenhebern. Das Luftkissen besteht aus reißfesten Material welches durch einen Schlauch befüllt wird. Man sieht ihn nicht häufig im Einsatz, da er für den regelmäßigen Gebrauch ungeeignet ist. Er bietet jedoch den Vorteil das man keinerlei Kraftanstrengung benötigt um das Fahrzeug anzuheben, da er über den Schlauch befüllt wird, der am Auspuff befestigt ist. Dieser Wagenheber benötigt keinen ebenen Untergrund und ist daher sehr gut geeignet, um das Fahrzeug im Gelände anzuheben. Das Luftkissen sollte sorgsam behandelt werden, um das Gewebe nicht zu beschädigen. Ein solcher Luftkissenwagenheber liegt preislich bei ca. 80 Euro. Benötigt man für sein Fahrzeug eine höhere Tragkraft als 3 Tonnen muss man mit Preisen um die 150 Euro rechnen.

 

Welcher Wagenheber also am besten geeignet ist, ist situationsabhängig und eher eine subjektive Angelegenheit. Für wiederkehrende Vorgänge wie ein Reifenwechsel, reichen Scheren- oder Rangierwagenheber völlig aus, sollte das Fahrzeug häufig für Outdoor-Aktivitäten benutzt werden, kann auch ein Luftkissenwagenheber sinnvoll sein. Auf jeden Fall sollte jeder KFZ-Besitzer über einen zum Fahrzeug passenden Heber in seinem Werkzeug-Repertoire verfügen.

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