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Schlösser & Verriegelung

Autoschlüssel
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Motorhaubenschlösser
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Tankdeckel
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Türschlösser
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Zentralverriegelungen
Zentralverriegelungen
Ein Auto ohne Zentralverriegelung und andere, hochtechnische Schlösser, sind heute selbstverständlich und kaum noch wegzudenken. Allerdings dauerte die Entwicklung vom "herkömmlichen" Schloss zur modernen Verriegelungstechnik seine Zeit. So gab es etwa im Jahre 1916 bereits einen separaten Zündschlüssel zum Zündschloss, Vorreiter war hier der Cadillac Type 53 und obwohl schon der elektrische Anlasser erfunden wurde, wurde er zunächst immer noch per Knopfdruck eingeschaltet. Auch war es zu dieser Zeit absolut normal, verschiedene Schlüssel zu besitzen, also einen für den Kofferraum, einen anderen für die Türen und wieder einen einzelnen Schlüssel für den Anlasser. Zu der damaligen Zeit wurde auf einen klassischen Schließzylinder mit Sicherheitsschloss gesetzt. Da jedoch auch schon zu dieser Zeit mitunter Autos gestohlen wurden, stattete der Autobauer Leach bereits um 1900 seine Modelle mit einem abnehmbaren Lenkrad aus.

Der Umstand der mehreren Schlüssel für Tür, Kofferraum und Co. hielt sich sogar bis in die 1970er Jahre. Um das komplette Auto schließlich nur mit einem Schlüssel abschließen zu können, wurde die Zentralverriegelung entwickelt, Mercedes Benz war in dieser Entwicklung Vorreiter und stattete bereits 1970 die Fahrzeuge mit einer frühen Form der Zentralverriegelung aus. Im Laufe der 1990er Jahre gewann die Zentralverriegelung zunehmend Beachtung und Popularität, zum herkömmlichen Schlüssel gesellte sich nun eine Fernbedienung, bzw. ein Anhänger, verschiedene Funktionen wurden in die Fernbedienung übertragen, etwa das automatische Öffnen des Kofferraums oder das Hoch- und Herunterfahren der elektrischen Fenster. Eine weitere, "schlüssellose" Variante folgte in den 1999/2000er Jahren, als das "Keyless go" System eingeführt wurde. Der große Unterschied zum vorherigen System: Der Schlüssel muss zwar mitgeführt, aber nicht mehr ins Zündschloss gesteckt werden. Wird ein bestimmter Punkt am Fahrzeug von außen erreicht, öffnet sich die Verriegelung automatisch.

1. Kurz erklärt - Die Zentralverriegelung

Die Zentralverriegelung bedeutete also die Weiterentwicklung der herkömmlichen Autoverriegelung: Wie der Name bereits andeutet, reicht hier ein Schlüssel aus, um das komplette Fahrzeug, nebst Kofferraum, Tankdeckel und Zündschloss zu bedienen und anzulassen. Mercedes Benz entwickelte die erste Zentralverriegelung, die sich später nach und nach verbreitete. Die Funktionsweise geschah mittels pneumatischer Antriebe, dies bedeutet, dass in diesem System ein so genannter Unterdruckspeicher verbaut ist. Wird der Schlüssel ins Schloss gesteckt, werden alle Türen gleichzeitig ent- bzw. verriegelt. Heute funktioniert die Zentralverriegelung zum großen Teil mittels Funkverriegelung.

2. Die Funkzentralverriegelung

Heute wird die Zentralverriegelung elektronisch betrieben, bzw. per Funk ausgelöst. Der Unterschied zur "alten" Zentralverriegelung besteht darin, dass am Schlüssel oder an einer Fernbedienung eine Funkfernsteuerung integriert bzw. eingebaut ist. Diese Komponente wird im Schlüsselkopf verbaut, wo sie dann mittels eines Knopfes/Druckfeldes ausgelöst wird. Die Aktivierung geschieht aus der Ferne - es ist also nicht mehr notwendig, den Schlüssel unmittelbar ins Türschloss zu stecken. Stattdessen kann die Türe nach Aktivierung der Funkzentralverriegelung direkt geöffnet werden. Dies ist auch beim Verlassen/Schließen der Fahrzeugtüren der Fall. Früher musste der Knopf von innerhalb gedrückt werden, um das Auto so zu schließen, auch dieser Schritt entfällt und wird automatisch gelöst.

Der Schlüssel wird also nur noch zur Aktivierung des Zündschlosses bzw. zur Entriegelung des Lenkschlosses verwendet. Das Lenkschloss ist bereits seit 1969 vorgeschrieben und dient dem Diebstahlschutz. Das Lenkschloss gewährleistet die Entriegelung der Lenksäule, erst mit ihr kann das Auto gestartet werden. Die Zentralverriegelung regelt des Weiteren die Innenbeleuchtung, die Wegfahrsperre, die Alarmanlage und die Fensterheber. Bei vielen Automodellen befindet sich heutzutage lediglich ein Schloss an der Fahrerseite, um gegebenenfalls eine Notentriegelung einzuleiten, während dies zum Beispiel bei Beifahrer fehlt.

Oftmals wird statt des Schlüssels selbst auch eine Fernbedienung verwendet, die den gleichen Zweck erfüllt. Sie sendet ein Signal in Form einer kodierten Auftragsanweisung an das Fahrzeug, in dessen Inneren sich ein Empfänger befindet, dieser kontrolliert und aktiviert dann die unterschiedlichen Funktionsweisen wie das Öffnen der Türen etc. Die Fernbedienungen selbst können via Infrarot oder auch Funk funktionieren. Bei einer Infrarotfernbedienung, die auf etwa 15 Meter funktioniert, muss der Anwender "Sicht" auf den Empfänger im Wagen haben. Allerdings ist die Verwendung der Infrarotfernbedienungen eher veraltet. Stattdessen wird auf die Funkfernbedienung gesetzt, die auf Radiofrequenz die entsprechenden Befehle sendet. Ein "Sichtkontakt" ist nicht zwingend notwendig, zudem ist die Entfernung von bis zu 100 Metern weitaus größer.

3. Ganz ohne Schlüssel: Das Keyless-Go System

Bei dieser Methode wird das Fahrzeug ganz ohne Schlüssel entriegelt und auch gestartet. Der Fahrer ist mit einem so genannten Keyless-Go Schlüssel ausgestattet, welcher einen Chip enthält. Der Autohersteller Daimler trug die Wortmarke "Keyless Go" ein. Dieses System funktioniert folgendermaßen: Der Fahrer nähert sich dem Fahrzeug mit dem Schlüssel, dass dazugehörige Fahrzeug wird mit Hilfe eines Näherungssensors, der optisch oder kapazitiv (ohne direkten Kontakt) aus einer Art "Schlafmodus" geweckt. Das System schaltet auf einen Empfangsmodus, der im UHF-Bereich (so genannte Dezimeterwellen) angesiedelt ist. Nach einer entsprechenden Bestätigung wird die Entriegelung vorgenommen. Bei einer fehlerhaften Bestätigung oder "keiner Antwort" des Systems passiert infolgedessen nichts. Neben diesem Schlüssel kann das Fahrzeug auch mit einer Fernbedienung geöffnet werden. Im Notfall lässt sich die Fahrertür mit einem "echten", also mechanischen Schlüssel entriegeln. Dies bedeutet, dass der Fahrzeugschlüssel aus einem "echten" Schlüssel, einer Fernbedienung und einem Transponder besteht.

4. Tücken und Probleme des Keyless-Go Systems

Trotz dieser hochmodernen Technik lässt sich das Keyless-Go System mitunter "überlisten" und erkennt besondere Situationen. So lässt sich der Wagen bei einem Unfall beispielsweise dennoch von außen öffnen, ohne im Besitz der Fernbedienung oder des Transponders zu sein. Auch wenn der Transponder zum Beispiel verloren geht oder die Transponderbatterie leer wird, lässt sich das Auto im Zweifelsfall öffnen. Zudem ist es überaus wichtig, dass sich das Auto nicht starten lassen darf, wenn sich der Keyless-Go Schlüssel nicht im Auto selbst befindet. So wird verhindert, dass zum Beispiel ein Kind den Motor startet, während der Erwachsene draußen das Auto betankt und den Schlüssel bei sich trägt.

Der ADAC hat in einigen Tests herausgefunden, dass dieses neuartige System keineswegs eine sichere Option vor Autodiebstahl darstellt. Mittels Funkabhörtechnik können versierte Autodiebe den verwendeten Code "mithören" und die Sperre überwinden. Da der Keyless-Go Schlüssel dauerhafte Signale sendet, können diese leicht ausgelesen werden, auch diverse Störsender können es Dieben erleichtern, ein Auto zu stehlen, da zum Beispiel das Abschließen des Fahrzeugs unterbunden wird. Aus diesen vorhin angeführten Gründen wird die Keyless-Go Verriegelung auch längst nicht flächendeckend von Automobilherstellern angeboten, sondern befindet sich eher noch am "Anfang" der Entwicklungen, bzw. hat bei den Verbrauchern bisher noch keinen besonders hohen Stellenwert.
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